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Die Abstimmung auf die spezifische Schweizer Schulsituation: Bessere Ausnutzung der gymnasialen Ressourcen effizienteren und nachhaltigeren Unterricht

Spiralcurriculum: Die gleichen Inhaltsbereiche werden in verschiedenen Jahrgangsstufen wiederholt auf verschiedenen Anspruchsniveaus behandelt
Spiralcurriculum: Die gleichen Inhaltsbereiche werden in verschiedenen Jahrgangsstufen wiederholt auf verschiedenen Anspruchsniveaus behandelt.

Die letzte Pisa-Erhebung hat gezeigt, dass Schweizer Schüler verglichen mit anderen Fächern und Ländern in den Naturwissenschaften nicht sehr leistungsstark sind (OECD, 2007). Eine wesentliche Ursache hierfür dürfte darin liegen, dass eher wenig Unterrichtszeit auf das Lernen dieser Themenbereiche verwendet wird. In der Primarschule und in der Sekundarstufe I gibt es zwar das übergreifende Fach „Mensch und Umwelt“. Es werden aber vergleichsweise selten Themen aus der unbelebten Welt gewählt, auch weil die Lehrpersonen nicht ausreichend darin ausgebildet wurden.

Hingegen gibt es beim Übergang in die Mittelschule einen deutlichen Bruch: Auf dieser Stufe werden an die Lehrpersonen nun sehr hohe fachliche Anforderungen gestellt – was in den Fächern Physik, Chemie und Mathematik zu einem eklatanten Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen führt, so dass gerade in den unteren Klassen viele Lehrpersonen ohne Abschluss und ohne Qualitätskontrolle unterrichten (siehe HSGYM-Berichte). Allein mit der – dringend gebotenen – Erhöhung der Stundenzahlen in den Naturwissenschaften wäre das Problem deshalb nicht gelöst.

Vielmehr müssen mittelfristig Lösungen gefunden werden, wie die wenigen qualifizierten Lehrpersonen in Naturwissenschaften und Technik ihre Kompetenzen effizienter einsetzen können. Im MINT-Lernzentrum sollen Unterrichtseinheiten und -materialien geschaffen werden sowie Formen der Kooperation etabliert werden, die es erlauben, die Ressourcen der Lehrpersonen effizienter einzusetzen. 

Die folgenden vier Richtungen sind besonders wichtig:

  1. Es müssen mehr Themen zur unbelebten Welt in den Unterricht „Mensch und Umwelt“ der Primarschule sowie in die Sekundarstufe I gebracht werden, damit die Schülerinnen und Schüler frühzeitig die Gelegenheit haben, Vorwissen zu erwerben, auf das sie später in der Mittelschule aufbauen und so die Lernangebote besser nutzen können. Schwierige Themenbereiche sollten über weite Strecken der Schulzeit immer wieder aufgegriffen und neu verortet werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Spiralcurriculum  (Stern & Möller, 2004).

  2. Fächer, in denen Kompetenzen vermittelt werden können, die im naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht benötigt werden, müssen besser aufeinander abgestimmt werden. Das bedeutet beispielsweise, dass im Deutschunterricht auch das genaue Lesen naturwissenschaftlicher und technischer Texte geübt wird und dass im Mathematikunterricht spezifische Kompetenzen zur mathematischen Modellierung vermittelt werden, die sich im Physik- oder Chemieunterricht anwenden lassen.

  3. Den Schülerinnen und Schülern müssen über den normalen Unterricht hinaus zusätzliche Lernzeiten bereitgestellt werden, die insbesondere der Vertiefung durch Übung dienen. Assistierende von Lehrpersonen können zu diesem Zweck mit den Schülerinnen und Schülern Aufgaben bearbeiten, sie bei technischen Konstruktionen anleiten sowie in ausserschulischen Lernorten forschendes Lernen unterstützen.

  4. Die Schülerinnen und Schüler müssen durch geeignete Trainings in die Lage versetzt werden, ihr eigenes Lernen selbständig zu organisieren und ihre eigenen Lernfortschritte selbständig zu kontrollieren. Zu diesem Zweck sollen neue und wissenschaftlich gestützte Methoden zur Förderung selbständigen Lernens (Anleitungen zur Bildung von Selbsterklärungen, Lerntagebücher, metakognitive Trainings) in den naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht einbezogen werden (Berthold et al., 2007).
 

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