|
|
|
||||||||||
![]() Die Balkenwaage als geistiges Werkzeug beim Verstehen des Konzepts des Dichte (Hardy et al. 2005) In der psychologischen und pädagogischen Lehr- und Lernforschung wurden in den letzten drei Jahrzehnten Erkenntnisse gewonnen, aus denen sich wichtige Weichenstellungen für das schulische Lernen ergeben haben. Die Didaktik für die einzelnen Schulfächer wurde von dieser Entwicklung beeinflusst. Inzwischen wurde die so genannte Stoffdidaktik, die sich mit der Frage befasst, welche Inhalte eines wissenschaftlichen Fachgebietes zu welchem Zeitpunkt im Schulunterricht behandelt werden sollen, ergänzt durch die lernforschungsorientierte Didaktik, die sich insbesondere mit den Problemen der Schülerinnen und Schüler beim Erlernen der komplexen Inhalte befasst und empirisch ausgerichtet ist. Eine grosse Zahl von Untersuchungen zu Inhalten aus den Fächern Mathematik, Physik und Chemie liegt bereits vor. Im Folgenden wird eine Reihe von grundlegenden Befunden der Lernforschung - geordnet nach vier Schwerpunkten - dargestellt und es werden Massnahmen zur Verbesserung des schulischen Unterrichts angesprochen, die im MINT-Lernzentrum besondere Berücksichtigung finden sollen. |
Die Vorstellung, man könne durch mehr oder weniger beliebige
Lerninhalte den Geist trainieren und Menschen auf zukünftige
Lernaufgaben vorbereiten, wird durch die Wissenschaft nicht gestützt.
Es gibt nämlich keinen unspezifischen Transfer im Sinne einer
allgemeinen geistigen Optimierung, sondern nur spezifischen
Wissenstransfer. Deshalb ist es nicht realistisch zu erwarten, dass
Trainings in einzelnen schwierigen Fächern – wie beispielsweise Latein
- automatisch auch in anderen Fächern zu Leistungsverbesserungen bzw.
zu besserer schulischer Lernfähigkeit führen. Gebiete mit grossem
Transferpotenzial sind die Muttersprache und Mathematik (Haag &
Stern, 2003).
Die im muttersprachlichen Unterricht erworbenen Fähigkeiten zum
mündlichen und schriftlichen Ausdruck und zum Lernen aus Texten können
in allen Inhaltsgebieten genutzt werden. Fortgeschrittenes
naturwissenschaftliches Begriffswissen basiert auf einer formalen
Sprache, die im Mathematikunterricht gelernt wird. Guter
muttersprachlicher Unterricht und guter Mathematikunterricht können den
Erwerb naturwissenschaftlicher Kompetenzen unterstützen. Allerdings
kommt spontaner Transfer auch bei leistungsstarken Schülern eher selten
vor. Vielmehr bedarf es dazu zielgerichteter Massnahmen zur Förderung
der Lernübertragung (Mähler & Stern, 2006).
![]() Die Umstrukturierung des Begriffswissens: Die Klassifikation von Tieren nach der Art und Weise ihrer Fortpflanzung statt nach ihrem Lebensraum
|
![]() Intelligentes Wissen als Voraussetzung schulischer Leistungen
|
|
Da der Erwerb von abstraktem naturwissenschaftlichem Begriffswissen
zeitaufwändig ist, müssen Lernprozesse langfristig angelegt werden. Im
Rahmen eines Spiralcurriculums sollte bereits in der Primarschule
begonnen werden, anschlussfähiges naturwissenschaftliches
Begriffswissen aufzubauen, das in der Sekundarstufe genutzt werden
kann. Zudem sollte das Transferpotenzial des Mathematikunterrichts für
das naturwissenschaftliche Verständnis gezielt gefördert werden, zum
Beispiel durch die Abstimmung von Lerninhalten. Die Weiterbildung von
Lehrpersonen sollte soweit wie möglich in die Schulkultur integriert
werden.
Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne
graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der
Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese
Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf
Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere
Informationen finden Sie auf
folgender
Seite.
Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or
Internet device, however, some graphics will display correctly
only in the newer versions of Netscape. To get the most out of
our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More
information