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Die Antwort auf zwei der brennendsten Fragen

Ein Gerät namens „Clicker“ erobert in den USA manche Universitäten. Der Clicker gibt Antworten auf zwei der brennendsten Fragen jeder Unterrichtsstunde: Sind die Schüler mit dem Kopf dabei und haben Sie die wichtigsten Punkte verstanden?

Sie sind ein gute Lehrerperson, engagiert und interessiert an der Frage, wie und in welchem Mass die Schülerinnen und Schüler von Ihrem Unterricht profitieren. Deshalb fragen Sie nach einer Unterrichtseinheit gelegentlich, ob noch Fragen offen seien. Die jungen Frauen und Männer blicken verlegen auf ihre Pulte. Also alles klar? Kaum. Doch da die Jugendlichen hartnäckig schweigen, ist es für Sie schwierig zu eruieren, wieweit sie Ihnen gefolgt sind.

In einem Artikel des Fachjournals „Astronomy Educational Review“ stellt der Physiker Douglas Duncan eine in seinen Augen „geradlinige, relativ günstige und einfache Lösung“ für dieses Problem dar: Den „Clicker“, „eine der besten Lehrtechnologien der vergangenen Jahrzehnte“, wie Duncan überzeugt ist. Es handelt sich um ein Gerät, das einer Fernbedienung ähnlich sieht und von jedem Schüler in der Hand gehalten wird. Es zeigt sowohl der Lehrerperson als auch den Schülern ohne Zeitverzögerung auf, ob die Klasse mit den Gedanken beim Unterricht ist und wichtige Fragen verstanden hat. So werden beispielsweise die Antworten einer Multiple-Choice-Frage auf dem Computer der Lehrperson abgebildet und von dort an die Leinwand projiziert.  

Am Departement für Physik an der Universität von Colorado stieg die Teilnahme Unterricht dank Clickers von 60 zu 70 % auf 80 – 90 %. Andere Universitäten vermelden ähnliche Zahlen. Die Universität von Massachusetts in Amherst benutzt heute 8000 Clickers, an der Universität von Colorado sind es 6000. Der Clicker begann seinen Feldzug in den wissenschaftlichen Fächern und breitet sich nun auch in andere Fachgebiete aus. Natürlich: Missbrauch ist auch hier möglich und muss wie andere Schummeltechniken offen angesprochen werden.

Noch Zweifel? Der Nobelpreisträger in Physik, Carl Weiman, wird im Artikel mit folgendem Beispiel zitiert: In einer Lektion machte Carl Weimann seine Schüler darauf aufmerksam, dass der Klang der Geige hauptsächlich vom schwingenden Holzrücken des Instrumentes produziert wird. Eine Viertelstunde später prüfte er mittels einer Mulitple-Choice-Frage, ob die Studenten die Information im Kopf behalten hatten. Ernüchternd: Lediglich 10 Prozent der jungen Frauen und Männer antworteten korrekt. Mit dem Clicker hätte er es gleich bemerkt.

Quelle: Clickers: Douglas Duncan (2006). A new teaching aid with exceptional promise
Astronomy Educational Review, Issue 1 Volume 5

Links

Hier finden Sie den Artikel online.


1. Oktober 2006

 

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