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Noch vor zwanzig Jahren stellte der Computer für viele Lehrpersonen mehr ein Hindernis als eine Hilfe dar. Was hat sich seitdem verändert? Nicht viel, schreibt die Zeitschrift "Educational Technology & Society" in ihrer neuesten Ausgabe.
Mit ihrem Siegeszug haben die Computer auch die Schulen erobert. E-Learning ist ein Schlagwort, dass jeder an Bildung interessierte Mensch kennt. Dutzende von Fachzeitschriften widmen sich der Frage, wie der Unterricht mit Hilfe der Computertechnologie verbessert werden kann. Eine dieser Zeitschriften schreibt nun, die Lehrpersonen hätten die Entwicklung nur teilweise mitgemacht. Im Grunde würden sie den Computer noch immer für dieselben Dinge gebrauchen wie vor 15 Jahren.
Der Artikel vergleicht zwei Studien aus den USA. Eine der Studien wurde 1991 durchgeführt, die andere im Jahr 2004. Beide Studien widmeten sich der Frage, wofür Lehrpersonen Computer einsetzen, wo sie deren Nutzen und Potentiale sehen und welche Faktoren sie allenfalls daran hindern, Computer im Unterricht zu gebrauchen.
Im Jahr 1981 waren Computer in den amerikanischen Schulen noch dünn gesäät: Auf 125 Schülerinnen und Schüler kam ein Computer. Zwanzig Jahre später stand für vier Schüler bereits ein Computer zur Verfügung. Wie werden diese Computer genutzt und wie integrieren Lehrpersonen das technologische Potential in ihren Unterricht?
Das Ergebnis der Studie ist nüchtern: Die meisten der befragten Lehrpersonen gebrauchen den Computer heute wie gestern in erster Linie für administrative Tätigkeiten. An zweiter Stelle folgen Textverarbeitungsprogramme, die laut der 2004-Studie ebenfalls als nützlich eingestuft werden. Nur ein kleiner Prozentsatz der untersuchten Lehrer greift auf die Computertechnogie zurück, um fachliche Inhalte, Aufgaben oder andere Ressourcen aiuf dem Web zu platzieren oder im Rahmen des Unterrichts mit Computern zu arbeiten.
Ob dies nun als gut oder schlecht zu bewerten ist, wird an anderen Orten diskutiert. Die Autoren schlagen in ihrem Schlusswort vor, die sich so stabil haltende Computer-Ambivalenz der Lehrpersonen als Basis zu nehmen, um mit ihnen "die echten Probleme und authentischen Bedürfnisse zu identifizieren und dadurch Wege zu finden, den Computer wirklich gewinnbringend im Unterricht einzusetzen."
Min Shi and Barbara Bichelmeyer:Teachers' experiences with computers: A comparative study
Educational Technology & Society, 10 (2), 180 -190
15. Juni 2007
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