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Ein neu erschienenes Buch bringt Erkenntnisse aus der Lehr- und Lernforschung mit der Unterrichtspraxis zusammen. Für alle, die Naturwissenschaften auf Gymnasialstufe unterrichten.
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Als sich der emeritierte amerikanische Physikprofessor Frederick Reif mit Laien über Physik unterhielt, stiess er auf eine Welt, die es gar nicht gibt: Da war von Kräften die Rede, die auf geworfene Bälle "übertragen" werden, diese Bälle dann in Bewegung halten und schliesslich - wenn alle Kraft aufgebraucht ist - sie wieder anhalten lassen. So seltsam dies aus Expertensicht klingen mag:
Ansichten wie diese sind - unter ansonsten gut ausgebildeten - Menschen
weit verbreitet, wie zahlreiche Studien belegen. Gute Noten in Physik,
Chemie oder Mathematik sind noch kein Garant dafür, dass der Stoff auch
wirklich verstanden wurde. In seinem Buch
"Applying Cognitive Science to Education" diskutiert Frederick Reif die
Frage, was falsch gelaufen ist, wenn Jugendliche und Erwachsene
nach einer erfolgreich durchlaufenen Schulzeit immer noch an eine "interne"
Kraft glauben, welche zum Beispiel einen Ball in Bewegung hält. Reif betont dabei die zentrale Bedeutung des
Vorwissens, welches jede Schülerinn und jeder Schüler mit in den
Unterricht bringt. Dieses Vorwissen gründet meist auf
Alltagserfahrungen, welche mit der physikalischen Sicht der Dinge
in der Regel unvereinbar sind. Genau dieses Wissen gelte es zu erfassen und als
unabdingbarer - und schliesslich wandelbarer - Bestandteil des
Lernprozesses zu verstehen. Die Lektüre wird
durch zahlreiche Beispiele veranschaulicht, die das Buch zu einer
"Goldmine für alle werden lassen, die Physik und Mathematik auf
Gymnasialstufe unterrichten", schreibt die Lehr- und Lernforscherin
Elsbeth Stern (ETH Zürich) in der Fachzeitschrift "Science". Das Review von Elsbeth Stern kann hier heruntergeladen werden. |
5. Januar 2009
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