|
|
|
||||||||||
Schülerinnen und Schüler haben manchmal keine Lust, aktiv am Unterricht teilzunehmen. Die Physiklehrerin Shannon Hughes hat sich für diese Fälle etwas einfallen lassen.
Die Situation ist bekannt: Die Lehrerin stellt der Klasse eine etwas anspruchsvolle Frage. Drückende Stille ist die Reaktion, niemand will sich mit einer falschen Antwort blossstellen. Die Physiklehrerin Shannon Hughes beschreibt in der November-Ausgabe der Fachzeitschrift "The Physics Teacher" zwei unkonventionelle Lösungen für dieses Problem.
Als Erstes führte sie so genannte "Talking Chips" ein: Jeder Schüler erhält einen kleinen Plastik-Chip, den er bis am Schluss der Stunde der Lehrperson abliefern muss. Den Chip loswerden kann nur, wer sich mit einer ernst gemeinten Frage oder Antwort am Unterricht beteiligt. Wer am Ende der Stunde noch im Besitz eines Chips ist, muss vor der Klasse eine kleine Darbietung halten. Shannon Hughes Favorit: Der englische Kindervers "I’m a little Teapot".
"Es ist erstaunlich, wie intensiv sich Schüler am Unterricht beteiligen, wenn die Konsequenz des Nicht-Mitmachens schlimmer ist als eine falsche Antwort.", schreibt Hughes. Dennoch: "Talking Chips" haben offensichtliche Nachteile, wie die Lehrerschaft und die Schülerinnen und Schüler bald bemängelten: Nicht nur müssen sich die Schüler einer peinlichen Situation aussetzen, die anonymen Chips verschwanden oft auch unauffällig im Abfalleimer. Einige Schüler wiederum behielten ihren Chip mit der Absicht zurück, am Ende der Lektion den Kaspar spielen zu können.
Shannon Hughes und ihre Lehrerkollegen suchten nach einer anderen Lösung - und ersetzten die Chips durch weisse Karten.
Dies sind die Regeln: Jeder Schüler erhält eine Karte und schreibt darauf seinen Namen. Wer im Unterricht eine ernst gemeine Frage stellt oder eine Antwort gibt, kann die Karte – wie den Chip – der Lehrperson abgeben. Wer am Schluss der Stunde noch im Besitz einer Karte ist, muss schriftlich eine Frage formulieren oder das Gelernte auf der Karte zusammenfassen.
"Sind die Zusammenfassungen verständlich, weiss ich, dass die Schüler den Stoff verstanden haben", schreibt Hughes, "stellen einige der Jugendlichen dieselbe Frage, weiss ich, wo ich nochmals ansetzen muss."
Noch einer Weile, so Hughes, könne man gar auf die Karten als Kommunikationsstütze verzichten. Die Vertrauensbasis sei da, die Schülerinnen und Schüler hätten gelernt, aufeinander zu hören, sich gegenseitig Fragen zu stellen und den Kaspar für andere Gelegenheiten aufzusparen.
Quelle:
Shannon Hughes (2006): Getting Your Students To Speak Up.
The Physics Teacher, Vol. 44, No 8, pp. 554-555, November 2006-11-30
1. Dezember 2006
Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne
graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der
Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese
Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf
Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere
Informationen finden Sie auf
folgender
Seite.
Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or
Internet device, however, some graphics will display correctly
only in the newer versions of Netscape. To get the most out of
our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More
information