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Der Baum des Lebens wird oft im selben Atemzug mit der Evolutionsbiologie genannt. In Biologie-Lehrbüchern ist der Baum des Lebens allgegenwärtig und wird als naturwissenschaftliche Tatsache dargestellt. Doch nun zeigen neue Erkenntnisse aus der Molekularbiologie: Es ist an der Zeit, vom Bild eines Baumes Abschied zu nehmen. An seine Stelle tritt womöglich ein komplexes Netzwerk.
"Wir alle wissen es," sagt der Evolutionsbiologe Michael Rose in der Zeitschrift "New Scientist": "Der Baum des Lebens wird höflich begraben". Wer oder was steckt hinter diesem Begräbnis? Es ist der horizontale Gentransfer, welcher in der Geschichte der Evolution selbst bei Säugetieren eine weit wichtigere Rolle einnimmt als bislang angenommen. Manche Schätzungen gehen war so weit, den Ursprung von 40-50 Prozent des menschlichen Genoms auf horizontalen Gentranfer durch Viren zurückzuführen.
Noch ist es allerdings nicht an der Zeit, den Baum vollständig zu Kleinholz zu verarbeiten. Manche evolutionären Verwandschaftsbeziehungen sind baumartig strukturiert, andere nicht. Die Natur scheint nicht so ordentlich strukturiert zu sein, wie wir es gerne hätten.
Frei zugänglicher Artikel in New Scientist, 21. Jan. 2009: Why Darwin was wrong about the tree of life.
Auf dem obigen Artikel basierend (Focus, 12.Feb. 2009): Wird Darwins Stammbaum entwurzelt?
23.2.2009
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