printlogo
ETH Zuerich - Startseite
Herzlich Willkommen
 
print
  

Unterrichten mit Analogien: das Beispiel der tanzenden Paare

In den Lehrbüchern finden sich zahlreiche Analogien, die Aspekte des chemischen Gleichgewichts verdeutlichen sollen.  Welche davon erreichen ihr Ziel? Und welche stiften mehr Verwirrung als Klarheit? In der neuesten Ausgabe des Fachjournals "Chemistry Education Research and Practice" empfehlen zwei Autoren die Analogie der "tanzenden Paare" als besonders hilfreich. Und: Worauf geachtet werden muss, wenn man im Unterricht mit Analogien arbeitet.

Das chemische Gleichgewicht ist anspruchsvoller Schulstoff. Laut der Literatur kämpfen Schülerinnen und Schüler mit zahlreichen Problemen, wenn sie das Prinzip des chemischen Gleichgewichtes verstehen lernen sollen. Dazu gehört beispielsweise das Erfassen der dynamischen Natur des chemischen Gleichgewichts oder der Umgang mit dem Prinzip von Le Chatelier.

Andrés Raviolo und Andoni Garritz haben zwanzig in der Literatur beschriebene Analogien zum chemischen Gleichgewicht verglichen und kommen zum Schluss, dass die Analogie der "tanzenden Paare" besonders geeignet ist, die Dynamik der reversiblen Reaktion zu verdeutlichen.

Eine Anleitung (inklusive Excel Simulation) für die Gleichung der tanzenden Paare

dancing

finden Sie beispielsweise hier, eine leicht abgeänderte Version hier.

Manche Lernforscher weisen darauf hin, dass Analogien nur beschränkt anwendbar sind, da die Gefahr bestehe, dass die Schüler die Analogie nicht in der Art und Weise interpretierten, wie von der Lehrperson beabsichtigt. Beispielsweise kann es geschehen, dass Schülerinnen und Schüler die Analogie wortwörtlich nehmen, anstatt nur gewisse Eigenschaften auf das "Zielkonzept" (in diesem Fall das chemische Gleichgewicht) zu übertragen. Oft fehlt den Jugendlichen auch schlicht das Vorwissen, um die Analogie und das Zielkonzept richtig miteinander in Verbindung zu bringen.

Hier sei deshalb die von Glynn (1991) entwickelte Vorgehensweise erwähnt, die auch von Raviolo und Garritz empfohlen wird: Anhand von sechs Schritten wird eine Analogie eingeführt und anschliessend aufgezeigt, wo die Analogie wieder an Gültigkeit verliert.

1) Das Zielkonzept (z.B. das chemische Gleichgewicht) wird vorgestellt.
2) Das analoge Konzept wird vorgestellt (z.B. die tanzenden Paare).
3) Relevante Eigenschaften des Zielkonzeptes und der Analogie werden identifiziert.
4) Es wird nach den Ähnlichkeiten gesucht.
5) Es wird aufgezeigt, wo die Analogie nicht mehr zutrifft.
6) Es werden Schlussfolgerungen gezogen.

Quellen:

Andrés Raviolo and Andoni Garritz (2009): Analogies in the teaching of chemical equilibrium: a synthesis/analysis of the literature.
Chemistry Education Research and Practice., 2009, 10, 5-13 

Glynn S. M. (1991). Explaining science concepts: A teaching-with-analogies model. In S. M. Glynn, R. H. Yeany, & B.K. Britton (Eds.), The psychology of learning science (pp. 219 – 240). Hillsdale, Nj: Erlsbaum. 

Anregungen, Kritik oder Erfahrungsberichte zu jeder Newstickermeldung sind willkommen. Sie helfen, die Zusammenarbeit und Ausbildung von Lehrpersonen weiterzuentwickeln. Hier geht es zum Kontaktformular.

20. April 2009

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2009 ETH Zürich | Impressum | Disclaimer | 21.4.2009
top