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Sollen die Schülerinnen und Schüler an der Physikprüfung ihr Buch benutzen dürfen? Oder genügt ein selbst verfasster Zettel mit den wichtigsten Formeln? Vielleicht wäre es gar besser, gar keine Hilfestellung zu erlauben? Die Meinungen dazu gehen auseinander, davon hat dieser Newsticker schon früher berichtet. Der Physikdozent Kastro Hamed kommt in einer kleinen Untersuchung zum Schluss: Spicken erlauben, aber nicht mit dem Buch.
Hamed hat an einem amerikanischen College zwei Klassen mit je 22 Studentinnen und Studenten verglichen. Dabei zeigte sich, dass eine knappe Mehrheit der Schülerinnen und Schüler zwar offene Bücher bevorzugt, ihre Leistung jedoch mit dem Gebrauch eines selbst verfassten "Spickzettels" anstieg.
"Möglicherweise werden die Schülerinnen und Schüler durch das selber gestaltete Hilfsblatt gezwungen, den Stoff intensiver zu studieren. Sie können sich nicht einfach auf das Buch verlassen", schreibt Hamed.
Welche Gründe veranlassen Schülerinnen und Schüler, den einen oder anderen Ansatz zu bevorzugen? Die "Buch-Anhänger" gaben als Grund an, Zugriff auf mehr Informationen zu haben. Ausserdem werde damit die Möglichkeit aus der Welt geschafft, dass sich gute Schüler mit besseren Hilfsblättern Vorteile verschaffen könnten.
Die Hilfsblatt-Anhänger waren der Meinung, wichtige Informationen auf dem selbst gestalteten Blatt schneller finden zu können. Ausserdem zeigten sie sich besorgt über die Möglichkeit, dass eine Prüfung mit offenen Büchern schwierigere Fragen mit sich bringe.
Wurde den Schülerinnen und Schüler das Benutzen von Hilfsmitteln
untersagt, brachte dies übrigens keine signifikante Verbesserung ihrer Leistung. Die Schlussfolgerung lautet also: Spicken erlaubt, aber nicht im Buch!
Kastro Hamed: Do You Prefer t oHave the Text or a Sheet with Your Physics Exams?
The Physics Teacher, Vol. 46, May 2008
19. Mail 2008
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