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Direkte Instruktion
Bei der direkten Instruktion (auch Frontal-Unterricht) übernimmt die Lehrperson die leitende Funktion, es handelt sich um eine stark lehrergesteuerte Unterrichtsmethode. Im Rahmen der direkten Instruktion wird der Unterricht mittels der folgenden Teilmethoden gestaltet:
Adaptive Instruktion
Das Ziel der adaptiven Instruktion ist es, die Lernschritte an die Voraussetzungen der Lernenden anzupassen (Vorwissen, Intelligenz, Lernfähigkeit, Motivation). Dies bedeutet beispielsielweise, dass die Zeit von den Lernenden unterschiedlich genutzt werden kann oder die Lernziele individuell vereinbart werden.
Adaptive Instruktion meint auch, dass keine Unterrichtsmethode per se lernwirksam ist, sondern dass jede Methode immer auf die Lernvoraussetzungen hin angepasst, eben adaptiert werden muss.
Endeckenlassendes Lernen
Durch Präsentation unerwarteter oder komplexer Probleme werden die Lernenden zum Entdecken der Lösung angeregt. Diese Form des Lernens wird im naturwissenschaftlichen Unterricht oft eingesetzt. Sie ist aber nur wirksam, wenn sie von der Lehrperson sorgfältig vorbereitet und bei Bedarf auch gesteuert wird. Ansonsten besteht die Gefahr des sogenannten „Hands-on-minds-Off“-Phänomen, d.h., die Lernenden wirken zwar aktiv, aber sie verstehen eigentlich nicht, was sie tun.
Problemorientiertes Lernen
Problemorientiertes Lernen basiert auf der Grundidee, dass Lernen in einem „authentischen“ Kontext stattfinden soll: Werde schulisches Wissen anhand ungeeigneter, praxisferner Beispiele erworben, sei es nicht anschlussfähig, so das Argument. Träges Wissen, das nicht auf neue Situationen transferierbar ist, sei die Folge. Beim problemorientierten Lernen sollen die Lernsituationen den späteren Anwendungssituationen deshalb möglichst ähnlich sein.
Um anhand komplexer und realitätsnaher Probleme lernen zu können, sind allerdings besondere Kompetenzen der Selbststeuerung und der metakognitiven Kontrolle notwendig – sie müssen vor und während dem Lernen eingeübt werden.
Kooperatives Lernen
Unter kooperativen Lernformen versteht man alle Lernarrangements, in denen der Lernprozess durch Kommunikation gefördert wird, d.h., dass die Lernenden sich beim Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten gegenseitig helfen. Das kooperative Lernen ist ein aktives, selbständiges und soziales Lernen.
Die häufigsten Formen des kooperativen Lernens sind die Teamarbeit (zwei Mitglieder) und die Gruppenarbeit (3-5 Mitglieder).
Beim Einsatz von kooperativen Lernformen sollte der Unterricht so gestaltet sein, dass die Aufgaben nur lösbar sind, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten (Fachbegriff: positive Interdependenz).
Gruppenpuzzle
Eine Sonderform des kooperativen Lernens bildet das Gruppenpuzzle.
In der Einführungsphase gibt die Lehrperson einen Überblick zur Gesamtthematik. Danach werden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen (4-6 Lernende) eingeteilt. Jedes Gruppenmitglied übernimmt für ein Teilgebiet des Stoffes die Verantwortung.
Das eigentliche arbeitsteilige Lernen findet in der nächsten Erarbeitungsphase statt: Dazu treffen sich die Lernenden aus den Gruppen, die dasselbe Teilgebiet gewählt haben, in so genannten Expertengruppen. Sie bearbeiten den Stoff gemeinsam und bereiten sich auf eine spätere Präsentation vor.
In der Vermittlungsphase gehen die Experten in ihre Stammgruppen zurück und geben ihr neu erworbenes Wissen weiter. Im Austausch dafür erhalten sie jenes Wissen, das ihre Kolleginnen in ihren Expertengruppen erarbeitet haben. In dieser Phase werden die einzelnen Wissensteile zu einem Ganzen zusammengesetzt.
In der abschliessenden Phase der Evaluation und Integration bearbeiten die Lernenden individuell, in Kleingruppen oder der gesamten Klasse Aufgaben, bei denen alle Wissensteile integriert werden müssen.
Selbstgesteuertes Lernen
Beim selbstgesteuerten Lernen übernimmt die oder der Lernende selber die Verantwortung für den (erfolgreichen) Lernprozess. Die Lernenden setzen sich selber Lernziele und wählen Techniken und Strategien aus, um diese zu erreichen.
Wie beim problemorientierten Lernen, sind auch beim selbstgesteuerten besondere Kompetenzen der Selbststeuerung und der metakognitiven Kontrolle notwendig – sie müssen – angeleitet von der Lehrperson - vor und während dem Lernen eingeübt werden.
Quelle:
Marcus Hasselhorn und Andreas Gold (2006): Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren. Kohlhammer GmbH Stuttgard
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